Bildungscamp 2015


7 Tage und über 100 Einzelveranstaltungen – das war das Bildungscamp 2015!

Ganz neu hier? Wir haben ein kleines “How To Bildungscamp” vorbereitet.

Zur ersten Orientierung kannst du dich jetzt schon durchblättern und überlegen, womit du am Montag, 15. Juni 2015 starten möchtest! Eine kleine Konzertübersicht haben wir auch schon erstellt. Unten findest du einige Hinweise zu Ausstellungen, die wir im Rahmen des Bildungscamps zeigen und permanenten Stationen wie der Brauchbar und der Werkbox.

Hier gehts zum jeweiligen Tagesprogramm:

Montag, 15. Juni 2015
Dienstag, 16. Juni 2015
Mittwoch, 17. Juni 2015
Donnerstag, 18. Juni 2015
Freitag, 19. Juni 2015
Samstag , 20. Juni 2015
Sonntag, 21. Juni 2015


Ganzwöchige Programmpunkte: Ausstellungen, Projektionen, Räume


täglich: Ausstellung – Meine Zeit – Meine Welt – Meine Perspektive, Arbeiterfotografie

Als sich die Vereinigung der Arbeiterfotografen Deutschlands (VdAFD) 1927 in Erfurt gründete, war der Anlass, Bilder aus dem unmittelbaren Lebens- und Arbeitsumfeld und der politischen Betätigung gegen den aufkommenden NS-Staat zu schaffen, die keine bürgerliche Bildagentur liefern konnte (oder wollte). Wertvolle Zeitdokumente sind aus dieser Phase erhalten, u.a. die Fotomontagen des John Heartfield (eigentlich Helmut Herzfelde), der brisante Themen der “Führer-Riege” sarkastisch und bis in die heutige Zeit entwaffnend im Bild, in der Fotomontage inszenierte (Hitler: Millionen stehen hinter mir. Gemeint sind Geldgeber…)

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Schlüssel-Reportagen der “Neuzeit” – seit der Neugründung – des Bundesverbandes Arbeiterfotografie 1978 sind die erste Kriegsbeteiligung Deutschlands im so genannten Kosovo-Konflikt 1999, sind die Niederschlagung der Proteste von Genua 2001, die Gipfel-Reportage von Rostock und Heiligendamm 2007, unzählige Reportagen von sozialen Protesten, Flüchtlingsschicksale… Im Programm der Galerie der Arbeiterfotografie nimmt der US-amerikanische Sozialfotograf Lewis W. Hine mit seinem fotografischen Werk für das NCLC – National Child Labor Comittee – eine herausragende Bedeutung ein. Das Komitee bediente sich der Fotografie, um die Gesellschaft für die Missstände zu sensibilisieren, die das Schicksal tausender Minderjähriger beinhaltete: wer hat den Nutzen (der Unternehmer…) wer den Schaden (die Individuen – Kinder und Jugendliche – und die Gesellschaft…) Wenn der Verband heute Jugendliche dazu aufruft, ihre Perspektive “Meine Zeit – Meine Welt” mit Fotos (Selfies, …), Montagen, Kurzfilmen ins Bild zu setzen, entspricht dies zutiefst dem Gründungsgedanken der ArbeiterfotografInnen-Vereinigung der Weimarer Republik. Macht mit!
Außerdem wird es des Nachts immer wieder Projektionen großartiger und bestürzender Bilder zum Thema Geflüchtete geben. Haltet die Augen offen!


täglich, ab 11:00:Die Werkbund-Box als BildungszelleDeutscher Werkbund Bayern e.V. (Wiese, Geschwister-Scholl-Platz)

2015 beteiligt sich der Deutsche Werkbund Bayern e.V. mit seiner Werkbund-Box zum ersten Mal am Bildungscamp. Die Box wird dabei fünf gestaltenden und künstlerischen Studiengängen für je einen Tag zur Verfügung gestellt. Ihr werdet etwa ab 11:00 begrüßt von:

Mo, 15.06.2015: Kunstgeschichte an der LMU München
Di, 16.06.2015: Architektur an der TU München
Mi, 17.06.2015: Fotodesign, Industriedesign und Kommunikationsdesign an der Hochschule München
Do, 18.06.2015: Innenarchitektur an der Akademie der Bildenden Künste München
Fr, 19.06.2015: Bildhauerei / Freie Kunst an der Akademie der Bildenden Künste München

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Flyer, Poster oder Bilder an den Wänden der Werkbund-Box vermitteln Informationen zum Studiengang, geben einen optischen Eindruck über die jeweilige kreative Arbeit und späteren Berufsfelder. Im Vordergrund stehen der Austausch und die offene Kommunikation und die Vernetzung von Studierenden unterschiedlicher Studiengänge in gestaltenden und künstlerischen Bereichen.

Der Deutsche Werkbund Bayern e.V. ist ein gemeinnütziger Verein. Er arbeitet interdisziplinär zu gestalterischen Fragen, führt Impulse zu Ökologie und Nachhaltigkeit zusammen und entwickelt praktische und öffentlichkeitswirksame Aktivitäten zu Themen sozialer, stadt- und landschaftsplanerischer und architektonischer Art. Er ist von parteipolitischen, wirtschaftlichen und berufsständischen Interessen unabhängig.

Aufgaben des Werkbunds sind die Förderung von Kunst und Kultur, insbesondere bei der Pflege, Erhaltung und Gestaltung von Kulturwerten, die Förderung des Umweltschutzes, insbesondere einer ökologisch verträglichen Gestaltung der Umwelt, im Zusammenwirken von Technik, Wissenschaft und Wirtschaft sowie die Förderung der Erziehung und Bildung, insbesondere im Zusammenwirken mit Schulen und Hochschulen.

Der „Deutsche Werkbund“ wurde am 6. Oktober 1907 in München gegründet. Die vier Jahre vorher gebildete „Münchner Vereinigung für angewandte Kunst“ wurde als „Münchner Bund“ zur bayerischen Gruppierung im Deutschen Werkbund. Aufgrund der politischen Situation löste sich 1934 der Münchner Bund ebenso auf wie der Deutsche Werkbund. 1946 wurde als erster Landesbund der „Münchner Werkbund“ gegründet, aus dem 1947 der „Deutsche Werkbund Bayern“ entstand.1950 schlossen sich in Ettal die Landesbünde zum „Deutschen Werkbund e. V.“ zusammen. Der Deutsche Werkbund e. V. ist föderalistisch strukturiert. Es gehören ihm zehn deutsche Werkbünde an: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Nord, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Eine Zusammenarbeit auf europäischer Ebene wird zunehmend angestrebt: Der Schweizerische Werkbund SWB, 1913 als Vereinigung von Kunst, Industrie und Handwerk gegründet, bildet in den Jahrzehnten seines Bestehens eine wichtige Konstante innerhalb der schweizerischen Gestaltungsdebatten. Der Werkbund Italia wurde im November 2014 in Südtirol gegründet.


täglich, 14:00 – 16:00 Uhr: Experiment – Wir erfinden Universität neu (Freiraum-Zelt, Geschwister-Scholl-Platz)

Verschiedene Menschen treffen hier zusammen. Es verbindet uns etwas: Wir wollen uns bilden, uns entwickeln, wirksam sein in der Welt. Wie erfährt jede Person hier Bildung, und Freude? Welche Formen entstehen im Ausprobieren? Wir TUN es einfach, und erleben, was passiert! Theresa Anne Panny, Studierende im Freien UniExperiment München und Freising, möchte eine große und bekannte Universität der selbstbestimmten Bildung in München aufbauen. Sie ist gespannt auf das offene Experiment.


täglich, ab Dunkelheit: judozab & vjeyle visuals mit judozab (überall am Camp!)

Wir begleiten das Bildungscamp über die gesamte Woche mit Projektionen, bringen Zelte und Bäume zum leuchten, fangen die Eindrücke des Tages ein, um sie so bald es dunkel wird über das Gelände tanzen zu lassen und bemalen die Gebäude rund ums Bildungscamp.

Und das Beste: immer wieder gibt´s Möglichkeiten für euch mit zumachen!


täglich, ab Mitternacht: Midnight Talks (Bühne, Geschwister-Scholl-Platz)

Nach einem Tag voller Input und Eindrücken könnt ihr chillen, aber manchmal muss man auch sprechen, um alles verarbeiten zu können. Unser Format der Midnight Talks war 2014 richtig erfolgreich, weswegen wir es dieses Jahr wieder anbieten werden – ein Open Space, eine Open Mic, eine offene Runde, um ungezwungen zu diskutieren und gemeinsam zu durchdenken, was euch so umtreibt. Alle Ideen willkommen!


täglich: AUSSTELLUNG – Hans Scholl und die Weiße Rose – Weiße Rose Stiftung e.V. (Geschwister-Scholl-Platz)

außerdem am Di, 14:30 – 15:15: Führung durch die Gedenkstätte Weiße RoseWeiße Rose Stiftung e.V. (Treffpunkt Infostand, Geschwister-Scholl-Platz)

Im Lichthof erinnert seit 1953 ein Bronzerelief an die sieben hingerichteten Mitglieder der studentischen Widerstandsgruppe Weiße Rose: Hans und Sophie Scholl, Christoph Probst, Alexander Schmorell, Willi Graf, Prof. Kurt Huber und Hans Leipelt. Das Bodendenkmal am Geschwister-Scholl- Platz vor dem Haupteingang der Universität zeigt Flugblätter, Portraits, einen Abschiedsbrief von Willi Graf und andere Dokumente ihres Widerstands.

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Was waren die Motive und Ziele der Widerstandsgruppe Weiße Rose? Was ist das Besondere an ihnen? Ursula Kaufmann, Mitarbeiterin der Weiße Rose Stiftung e.V., führt am Dienstag ab 14:30 durch die Ausstellung im Hauptgebäude, erläutert Hintergründe zu den Denkmälern an der Universität und steht für Fragen zur Verfügung.

In der DenkStätte Weiße Rose ist zudem noch bis zum 21. Juni die Werkschau „Sophie Scholl – So entsteht die Comic-Biografie“ zu sehen.

Die DenkStätte Weiße Rose ist Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr und am Samstag von 12 bis 15 Uhr geöffnet. Audioguides werden kostenlos angeboten. Eintritt frei.


täglich, AUSSTELLUNG – Rechtsradikalismus in Bayern, BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung

mit kostenfreien Führungen durch die Ausstellung: So, jeweils um 11, 12, 13 und 14 Uhr

Ihr werdet informiert über Strukturen, Strategien und Wertvorstellungen des Rechtsradikalismus in Bayern. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Jugendszene in Bayern gelegt. Das Wissen um einschlägige Symbole, Codes und Moden ist wichtige Voraussetzung für die Beschäftigung mit rechten Jugendkulturen. Verschiedene Bereiche der intellektuellen Szene, der Internet- und der Frauenszene und die regionale Vernetzung werden dargestellt. Außerdem werden verschiedene Formen, Projekte und Initiativen vorgestellt, die sich für die Abwehr des Rechtsextremismus engagieren und gleichzeitig demokratisches Bewusstsein und die Bereitschaft zum zivilgesellschaftlichen Engagement wecken wollen.


täglich: Brauchbar (beim Kreativzelt, Geschwister-Scholl-Platz)

und am Di, ab 22:30: Kleidertauschparty (Workshopzelt, Geschwister-Scholl-Platz)

Flohmarktähnlich werden gebrauchte Kleidungsstücke und Gegenstände angeboten. Der große Unterschied hierbei ist: es ist ein Geben und Nehmen, ganz ohne Geld und Tausch. Warum Sachen wegwerfen, wenn sie noch brauchbar sind?! Bei der Brauch-Bar werden nicht mehr benötigte Dinge angeboten, die funktionsfähig, sauber/gewaschen, vollständig, legal und so schön, also brauchbar sind, dass andere Freude daran finden.
Dies ist ein Experiment, bei dem Geld keine Rolle spielt – wohl aber unser Austausch, unsere Kreativität und Freude. Alle können mitmachen! Wir wollen die Freude des Schenkens teilen und Dingen ihren Gebrauchswert zurückgeben.
Am Dienstag Abend ab 22:30 gibt es übrigens eine Kleidertauschparty im Workshopzelt!