Bildungscamp 2014 – Inhaltliches Programm


Hier gibt es eine detaillierte Übersicht über die einzelnen Workshops des Bildungscamp 2014. Die Veranstaltungen sind chronologisch sortiert. Damit die Liste nicht zu lang wird, haben wir unser Rahmenprogramm ausgelagert. Die Titel der von der Kulturjurte organisierten Veranstaltungen sind grau hinterlegt.

Die Workshop-Zusammenfassungen stammen von den jeweiligen Referentinnen und Referenten und werden von uns inhaltlich nicht überarbeitet, in diesem Sinne übernehmen wir keine Garantie für den Inhalt…

Dienstag, 3. Juni
Mittwoch, 4. Juni
Donnerstag, 5. Juni
Freitag, 6. Juni
Samstag, 7. Juni

DIENSTAG, 3. Juni

Termin: Di. 08.15-12.45

Freiraum plastizieren – We create it
Unser gemeinsamer Freiraum auf dem Bildungscamp will auch gemeinsam gestaltet werden. Mit unseren guten Ideen und eurer kreativen Umsetzung schaffen wir ein unvergleichbares Umfeld, in dem unsere Visionen lebendig bleiben und unsere Schaffenskraft inspiriert wird. Wir haben uns einige spannende Features einfallen lassen, die wir mit Euch umsetzen wollen. Ihr selbst seid aufgerufen, Ideen mit zu bringen, die wir mit einflechten werden.Veranstaltung auf Facebook

Termin: Di. 13.15-14.45

Suhlen statt Schulen – Ein sinnlich-schlammiges Erlebnis
Es wird neben der Kulturjurte ein Swimmingpool voll Lehmschlamm stehen, in dem sich alle Menschen, die mal genug vom mentalen Kopfglühen haben, in Sinnlichkeit abkühlen und genusswälzen können. Bildung ist auch Körperbewusstheit und Leidenschaft.Veranstaltung auf Facebook

Termin: Di. 14.15-15.45

Wozu Hochschulwahlen?
Studierendenvertretung der LMU, Bildungsfreiräume e.V.
Am 3. und 4. Juni wird wieder gewählt: Alle Studierenden sind dazu aufgerufen, ihre Fachschaftsvertretungen zu bestimmen. In den meisten Fällen gibt es jedoch nur eine einzige Wahlliste, möglicherweise stehen sogar nur so viele Kandidaten zur Wahl, wie Plätze zu besetzen sind. Warum ist das so und weshalb lohnt es sich trotzdem, wählen zu gehen? Wir beantworten alle eure Fragen zur Hochschulwahl. Außerdem werden wir auf die Verfasste Studierendenschaft zu sprechen kommen. Diese wurde in Bayern 1974 abgeschafft, um den „linken Sumpf trockenzulegen“ – Zitat des damaligen Kultusministers Hans Maier. Derzeit ist Bayern das einzige Bundesland ohne Verfasste Studierendenschaft, und somit auch das einzige Bundesland ohne echte Mitspracherechte für Studierende.

Termin: Di. 16.15-17.45

Was bleibt von der Audimax-Besetzung 2009?
Stefan Liebl, Maria Deingruber, Muriel Aichberger
Im Jahr 2009 zog eine Protestwelle über den deutschsprachigen Raum. Von Wien bis Berlin wurden Hörsäale besetzt. Auch München war mit einer der größten Besetzungen dabei. Was wurde erreicht und was ist geblieben? Darüber sprechen wir mit:
Stefan Liebl: Stefan war vor und während der LMU-Audimaxbesetzung Mitglied der Studierendenvertretung. Hier war er München- und bayernweit aktiv, unter anderem beim Bündnis SoS – Studieren ohne Studiengebühren, dem bundesweiten Bildungsstreik und in der Landes-ASten-Konferenz. Damals wie heute ist er außerdem bei den Jusos und in der SPD engagiert.
Maria Deingruber war von 2005 bis 2010 in der Studierendenvertretung der Ludwig-Maximilians-Universität aktiv. Unter anderem war sie 2. Vorsitzende der Studierendenvertretung (2006-2007) und Gleichstellungsreferentin (2009 bis 2010). Außerdem hat sie die Verfassungsklage gegen Studiengebühren organisiert. Für die Fachschaft Politikwissenschaft saß sie in der Fachschaftenkonferenz, später im Konvent der Fachschaften.
Muriel Aichberger, Student und Schauspieler sowie Mitglied im Queer-Referat der Studierendenvertretung der LMU.

Termin: Di. 16.15-18.45

Welthandel & (Neo-)Kolonialismus
Commit to Partnership e.V. München
Der Workshop „Welthandel & (Neo-)Kolonialismus” will Strukturen globaler Ungerechtigkeit thematisieren. In unserer globalisierten Welt gibt es ein eklatantes Nord-Süd-Gefälle – den „reichen“ Ländern des globalen Nordens stehen „arme“ Länder des globalen Südens gegenüber. Dabei sind es meist die sogenannten „Entwicklungsländer“, die reich an natürlichen Ressourcen sind. Wie kommt es dann zu dieser ungleichen Verteilung des Wohlstands? Inwiefern tragen Kolonialismus, Neokolonialismus und Welthandel zu dieser Entwicklung bei – und welche Alternativen sind denkbar?
Mit Hilfe des Welthandelsspiels, einer Methode des globalen Lernens, wird das globale Ungleichgewicht im Welthandel simuliert und ermöglicht den Teilnehmenden, sich in die verschiedenen Rollen hineinzuversetzen. Der Workshop möchte dafür sensibilisieren, dass jeder Mensch Teil dieser weltweiten Strukturen ist und sie durch sein Handeln – bewusst oder unbewusst – reproduziert. Das Nachdenken über den eigenen Lebensstil und die damit verbundenen komplexen Wechselwirkungen von lokalen und globalen Gegebenheiten soll im Mittelpunkt stehen und darüber hinaus alternative Handlungsmöglichkeiten eröffnen.Veranstaltung auf Facebook

Termin: Di. 18.15-19.45

Wem gehört die Uni?
Julia Freidl (VSStÖ), Anja Zürn (LAK Bayern)
Die Universität ist ein Lebensraum für Studierende, Angestellte, Professor*innen und Wissenschaftler*innen. Doch wer kann über die Universität bestimmen und wie lässt sich eine solche Institution demokratisch gestalten? Darüber sprechen wir mit:
Julia Freidl, Verband Sozialistischer Student_innen in Österreich (VSStÖ)
Anja Zürn, Sprecherin der bayerischen Landes-ASten-Konferenz (LAK)
sowie weiteren Gästen.Veranstaltung auf Facebook

Termin: Di. ab 20.00

Part Time Kings
PART TIME KINGS ist die erstaunliche und berührende Vision einer Welt von morgen. Der Film lässt uns durch die Augen der Kinder und Jugendlichen die Welt von heute sehen. Hier entsteht Raum für eine neue Unschuld, für Mut und Phantasie… für eine Welt von morgen, wie sie sein könnte. Ihre Visionen, ihr Mut, ihre Phantasie können auch uns beflügeln, denn wie es weiter geht liegt in erster Linie noch in unseren Händen.
Zukunft- was ist das? Wie sehen Kinder und Jugendliche heute die Zukunft? Was sind die Träume, Hoffnungen, Visionen und Potentiale dieser nächsten Generation?
Wie sieht die Zukunft unserer Kinder aus? NO FUTURE …?Wir freuen uns ganz besonders, dass zur Vorführung von Part Time Kings in der Kulturjurte die Macherin des Filmes, Elke von Linde, mit dabei ist und anschließend zu ihrer traditionellen Königsrunde einlädt!Veranstaltung auf Facebook

Termin: Di. 22.15-23.45

BAFöG für alle oder Stipendium für Streber?
Isabell Chittka (Hans-Böckler-Stiftung)
Die großen Institutionen – Bundestagsparteien, Kirchen, Gewerkschaft, Arbeitgeber – haben vom Staat finanzierte Stiftungen, die an ihnen nahestehende Studierende Stipendien vergeben. Diese – von der unabhängigen Studienstiftung bis zur linken RLS – fördern insgesamt 2% der Hochschüler*innen. Daneben steht die Masse, ohne Bälle, besonders geförderte Auslandsaufenthalte, Mentorenprogramme, dafür aber in über 2/3 der Studierenden mit notensenkenden, seminararbeitsverhindernden Jobs, um Miete und Lebenshaltung irgendwie zu bestreiten. Diejenigen, die wegen Armut nicht studieren, dürfen auch nicht vergessen werden. Die Stipendiat*innengruppe München der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hat hier eine besondere Rolle: Als Gewerkschafter_Innen treten sie für eine sozial und solidarisch finanzierte, öffentlich-rechtlich organisierte Bildung ein. Als Teil des Systems der Stiftungen mach sie mit bei der Spaltung
der Studierenden. In offener, am Abend etwas lockerer, Atmosphäre diskutieren die Stipendiat*innen mit Jugendlichen, Studierenden und Gästen die Struktur von BAFöG, Stipendien, KfW-Studienkrediten und Wege zu einem etwas demokratischerem System für sozial gerechten Bildungszugang.
Workshopleitung: Isabell Chittka, Sprecherin der HBS-Stipdendiat_Innengruppe München, Studierende der BWL, TU München

Termin: Di. ab 24.00

Klassentreffen 2009
Vor fünf Jahren haben viele, viele Menschen zuerst die Akademie der Bildenden Künste und später das Audimax der LMU besetzt. An diesem Dienstag Abend laden wir noch einmal alle ins Bildungscamp ein, die wir noch irgendwie erreichen können und hoffen, dass so viele wie möglich Zeit und Lust haben, vorbeizukommen. Selbstverständlich dürfen auch alle anderen Interessierten, die nicht an der Besetzung beteiligt waren, den alten Geschichten lauschen.Veranstaltung auf Facebook

MITTWOCH, 4. JUNI

Termin: Mi. 12.15 – 13.45

Inside your brain: Wie uns Werbung beeinflusst
Roman Schütze (Fachschaft Soziologie)
Werbung ist manchmal sehr sehr geil, doch hinter den sichtbaren Formen wie Werbespots und Plakaten steckt mehr als nur eine coole Idee. In meinem Vortrag zeige ich, wie Werbung auf den Empfänger wirkt. Ich versuche dabei, die dahinterstehenden Neuro-Marketing-Konzepte und Strategien anhand von Praxisbeispielen zu veranschaulichen und beziehe das Publikum z. B. in eine Werbemittelanalyse ein. Das Ziel ist, die sachlich kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Werbung zu fördern und mit den Teilnehmern zu diskutieren.
Roman Schütze ist Kaufmann für Marketingkommunikation (IHK) und arbeitet neben seinem Studium freiberuflich als Marketing-Berater.Veranstaltung auf Facebook

Termin: Mi. 14.15 – 15.45

Von normativen Schönheitsbildern, Körperpolitiken und deren Wirkungen
Jamila Schäfer (Grüne Jugend München)
In diesem Workshop wird zunächst der mediale Diskurs über Gesundheit und Schönheit und damit auch die aktuelle Skandalisierung der Abweichungen von normativen Schönheitsbildern angerissen. Eine grobe historische Abhandlung von verschiedenen Schönheitsidealen soll zeigen, inwiefern sich Idealvorstellungen von Körpern an ökonomische und politische Umstände angepasst haben und zum Beispiel als Projektionsfläche der NS-Ideologie dienten. Neben den Reproduktions- und Entstehungsweisen normativer Schönheitsbilder soll außerdem auf die (psychischen) Auswirkungen dieser eingegangen werden. Bezüglich der Konsequenzen normativer Schönheitserwartungen werden wir auch über die Rolle des Geschlechts hierbei sprechen. Dabei werden vor allem die Auswirkungen von gesellschaftlichen Vorstellungen und normativen Erwartungen an Frauenkörper, mit denen Frauen* täglich konfrontiert sind, thematisiert.Veranstaltung auf Facebook

Termin: Mi. 16.15 – 17.45

Flüchtlingspolitik
Karawane München
Seit im März 2012 mehrere Geflüchtete in der Asylbewerberunterkunft in Würzburg in einen Hungerstreik getreten sind, um gegen ihre rechtliche Diskriminierung und ihre unzumutbare Behandlung zu protestieren, ist eine neue Dynamik von selbstorganisierten Kämpfen geflüchteter Menschen in Deutschland entstanden. Durch den Protestmarsch nach Berlin, die anschließende Besetzung des Oranienplatzes und mehrere Protestcamps in bayerischen Städten setzten sich diese Kämpfe fort. Auch in München gab es mit dem Protestzelt an der Uni und der Besetzung des Rindermarktes Aktionen für die Rechte von geflüchteten, die eine breite mediale Aufmerksamkeit erreichten. Auch Münchner SchülerInnen und Studierende versuchten sich im Rahmen des Refugee-Streiks zu dem Thema zu engagieren. Die Karawane München begleitete diese Proteste von Anfang an solidarisch und möchte mit diesem Workshop einen Überblick über die Kämpfe der letzten Jahre geben sowie Möglichkeiten diskutieren, sich antirassistisch politisch zu engagieren.

Termin: Mi. 16.15 – 17.45

Europas Rechtspopulisten im Überblick – Ein Phänomen der Krise?
Bereits vor der Europawahl wurde viel über die Chancen der verschiedensten rechtsextremen und rechtspopulistischen Parteien bei der Europawahl berichtet und spekuliert. Der Vortrag soll vor allem einen Überblick über die rechtspopulistischen Parteien in Europa geben. Hier werden v.a. die unterschiedlichen ideologischen Hintergründe und Ausrichtungen im europäischen Kontext genauer untersucht. Ebenso wird versucht die Kooperation und Allianzen der europäischen Rechtspopulisten genauer herauszuarbeiten. Haben solche Bündnisse im Europaparlament eine Chance? Rechtspopulismus als Ergebnis der Krise oder rückt Europa doch zunehmend nach rechts? Solche und ähnliche Fragen soll der Vortrag näher erläutern.Einlassvorbehalt:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen/rechtspopulistischen Parteien oder Organisation angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Der Einlassvorbehalt gilt auch für Burschenschaften.Veranstaltung auf Facebook

Termin: Mi. 18.15 – 19.45

Stirbt das Buch?
Simon Köhl (serlo), Hans Kraft (ver.di), Harald Lesch (LMU)
Printmedien sind auf dem Rückzug, Buchhandlungen verschwinden zugunsten von Online-Handel und eBooks. Welche Konsequenzen hat das für unsere Gesellschaft und was bedeutet das für die Bildung? Darüber sprechen wir mit:
Simon Köhl, Vorsitzender der Gesellschaft für freie Bildung e.V., die die Website „Serlo“ – eine Plattform mit freien Lernmaterialien für Schüler*innen – erstellt und betreut
Hans Kraft, bei ver.di Bayern zuständig für den Bereich Kunst & Kultur
Harald Lesch, Professor für Physik an der LMU, Autor und FernsehmoderatorVeranstaltung auf Facebook

Termin: Mi. 19.30 – 21.30

Selbstbestimmtes Lernen als Studium
Uni-Experiment München
Überall auf der Welt versuchen immer mehr Menschen, ihre Bildung selbst in die Hand zu nehmen. Sie schaffen eigene Schulen oder Universitäten, um in Gruppen oder alleine ihren Fragen nachzugehen und Ideen zu entwickeln. Nach dem erfolgreichen Beispiel des freien UniExperiments in Stuttgart ist nun auch in München die Idee angekommen. Ein bisher kleines Grüppchen an Selbstlernern hat sich zusammen gefunden um sich in Gemeinschaft ihren persönlichen Themen und Fragen zu widmen. Sie laden auf dem Bildungscamp in der Kulturjurte München zu einem offenen Kennenlern-Format ein. Eure Fragen und eine kontroverse Auseinandersetzung über die Sinnhaftigkeit eines entinstitutionalisierten Bildungsweges sind herzlich willkommen.Veranstaltung auf Facebook

Termin: Mi. ab 24.00

Flüchtlingsgeschichten
Refugees, Flüchtlinge, Non-Citizens – all das sind Bezeichnungen, die einem schnell über die Lippen kommen, aber bei denen man sich selten fragt: Wer sind die Menschen dahinter? Wen bezeichnen diese Bezeichnungen wirklich und wie Recht ist es den Bezeichneten so bezeichnet zu werden? In diesem Midnight Talk soll eben diesen die Möglichkeit und der Raum gegeben werden, zu erzählen, zu erklären, zu sagen, was sie schon immer einmal sagen wollten und womit sie bislang zu wenig – oder noch schlimmer gar kein – Gehör bekommen haben.

DONNERSTAG, 5. JUNI

Termin: Do. 10.15 – 11.45

Geschichtswerkstatt Jugend im 1. Weltkrieg
Paul Werlich (Juso-Hochschulgruppe)
Hundert Jahre Ausbruch des Ersten Weltkriegs – das löst dieses Jahr einen ganzen Reigen an Gedenkveranstaltungen, Zeitungsartikeln und Buchveröffentlichungen aus, die uns oft alte, unscharfe Schwarz-Weiß-Bilder von Soldaten mit antiquierten Helmen und verwüstete Mondlandschaften zeigen. Das erscheint uns weit weg, als abgeschlossen, als Vergangenheit. Und doch müssen wir die Frage stellen, ob die Entwicklungen, die zum Ausbruch der europäischen
Katastrophe und dem ersten globalen Flächenbrand geführt haben, wirklich keine Parallelen zur heutigen Situation aufweisen. Und auch die Frage: wer waren diese Menschen auf den Schwarz-Weiß-Bildern, diese oftmals noch sehr jungen Menschen? Wie haben sie den Krieg erlebt, die Hölle der Front, das Elend in der Heimat? Was trieb sie an? Was waren ihre Hoffnungen und Ängste, wie er- und überlebten sie die Extremsituationen? Warum begrüßten viele junge Menschen euphorisch
den Ausbruch des Krieges? Warum stürmten viele Schüler aus den Klassenzimmern, viele Studenten aus den Hörsälen, um sich freiwillig zur Armee zu melden? Wie erlebten junge Frauen diese Zeit, zum Beispiel als Sanitäterinnen und Krankenschwestern im Kriegsgebiet oder an der sogenannten „Heimatfront“, wo sie zunehmend vorher Männern vorbehaltene Berufeübernahmen? In dieser Geschichtswerkstatt wollen wir uns mit diesen Fragen beschäftigen. Nach einer kurzen Einführung zur historischen Situation, die zum Ausbruch des Krieges führte, werden wir in Kleingruppen überlieferte Äußerungen, Tagebucheinträge, Briefe, literarische Texte und Bilder von jungen Menschen aus dem Jahr 1914 untersuchen, ihre Gedanken herausarbeiten und miteinander vergleichen.
Workshopleitung: Paul Werlich, Juso-Hochschulgruppe, Studierender der Germanistik, LMU MünchenVeranstaltung auf Facebook

Termin: Do. 12.15 – 13.45

Militarisierung in Schule und Hochschule
Daniel (SDAJ München)
Der moderne Militarismus ist ein Resultat des Kapitalismus. In seinen beiden Formen bildet er eine Lebenserscheinung des Kapitalismus: als
Militärmacht, die die kapitalistischen Staaten bei äußeren Zusammenstößen einsetzen (Militarismus nach außen) und als Waffe in den Händen der herrschenden zur Niederhaltung aller (ökonomischen und politischen) Bewegungen des Proletariats Militarismus nach Innen)
“ — LeninIn unserem Workshop wollen wir der modernen Militarisierung der Gesellschaft nachgehen. Besonders die Jugend ist davon betroffen. Von den „Jugendoffizieren“ in unseren Schulen bis zu Bundeswehrkonzerten im öffentlichen Raum und der Militärforschung an den Universitäten wollen wir uns gemeinsam die Frage stellen, welche Strategien die Bundeswehr verfolgt, um Jugendliche an sich zu binden. Auch die Ausbildungssituation macht die Bundeswehr zu einem scheinbar attraktiven Arbeitgeber. Welchen Stellenwert hat der Militarismus in unserer Gesellschaft und sollten wir dabei zusehen?
Referent: Daniel (SDAJ München)

Termin: Do. 14.15-15.45

Lernen und Mitreden. Rechte von Azubis und Studierenden im Betrieb
Markus Gunzmann (azuro), Sascha Wojtkowski (IG Metall), Pia Berndt (ver.di-Jugend)
Azubis sind überall, in den Supermärkten, Fabriken, Designagenturen und bei der Staatsverwaltung. Jugendliche, oft noch unter 18, sollen im dualen Berufsbildungssystem sowohl in der Berufsschule als auch in einem Betrieb einen Beruf erlernen. Statt nach Beitrag zum Profit und nach Arbeitsleistung sollen Azubis nach ihrem Lernfortschritt beurteilt werden. Das stimmt oft nicht, oft stimmen Vergütung, Überstunden und Benehmen des Chefs ebenfalls nicht. Darum gibt es Jugend- und Auszubildendenvertretungen in den Betrieben, Jugendsekretariate in den Gewerkschaften und in Münchner das Infobüro azuro für Azubis. Markus Gunzmann, Teamer bei azuro, stellt die wichtigsten Rechte der Azubis beim Mitreden und Gehörtwerden vor.
Wenn Studierende in die Betriebe kommen, als dual Studierende, als Werkstudent_Innen oder über ein Praktikum, sind sie die Externen, die, die auf Zeit mal da sind. Die eigentlich für ein paar Monate oder eben nur abschnittsweise als Duale da sind, und neben ihrem Hochschulstudium die betriebliche Praxis erlernen sollen. Aber welcher Studierende kennt Tarifverträge, wieviele werden für Vollzeitpraktika gar nicht bezahlt? Wo existiert eine echte Anbindung der Hochschüler_Innen an die JAV oder den Betriebsrat, wo werden ihre Forderungen beraten und ernst genommen? Zur Lage der Studierenden in den Betrieben diskutiert mit euch Sascha Wojtkowski, Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall München und Experte für Studierendenarbeit.
Moderation: Pia Berndt, ver.di-Jugend München, VerwaltungsangestellteVeranstaltung auf Facebook

Termin: Do. ab 14.15

Gespräche mit Otto Herz
Kulturjurte München
Wir freuen uns ganz besonders, uns einen eigenen Wunsch zu erfüllen und den Reformpädagogen und Botschafter für Bildungs-Gerechtigkeit Otto Herz begrüßen zu dürfen. Er ist einer der großen Vordenker, Visionäre und Macher im Bereich selbstbestimmtes Lernen.Veranstaltung auf Facebook

Termin: Do. 16.15 – 17.45

Demokratisierung der Schule
StadtschülerInnenvertretung München
Demokratie ist ein Begriff, den wir alle täglich verwenden und trotzdem wissen die wenigsten, was das wirklich bedeutet. Sie wünschen sich jemanden, an den sie die komplette Entscheidungsgewalt abgeben können. Wir wollen anhand einer Diskussion herausfinden, was Demokratie wirklich bedeutet – und wie wir sie an unseren Schulen besser nutzen können. Für eine Schule, in der sich alle am Entscheidungsprozess beteiligen können.

Termin: Do. 18.15 – 19.45

Muss unser Schulsystem reformiert werden?
Hannah Imhoff (SSV), Kirsi Turunen (Finnland-Institut), N.N. (Freie Wähler München)
Bildung ist wichtig für unsere Zukunft. Diesen Satz hören wir ständig, dazu auch immer neue Ideen für ein besseres Bildungssystem. Doch sind diese Ideen alle wirklich so gut, sind sie umsetzbar und wenn ja wie kommen wir da hin? Darüber sprechen wir mit:
Hannah Imhoff, Pressesprecherin der StadtschülerInnenvertretung München
Kirsi Turunen, Wissenschaftsreferentin am Finnland-Institut
Michael Schultheis, stv. Vorsitzender der Jungen Freien Wähler München und Mitglied der Studierendenvertretung der LMU
und weiteren Gästen.Veranstaltung auf Facebook

Termin: Do. 18.15 – 19.45

Anders lernen
Carl Mirwald (Eine Schule für alle)
Jedes Jahr grasen wir den selben Lehrplan ab mit einer Unmenge an Faktenwissen. Obwohl junge Menschen vielseitig und am Leben interessiert sind. Dabei kann man weitaus mehr lernen als den schnöden Prüfungsstoff: Teamfähigkeit, Empathie, Kreativität, Selbstorganisation und gegenseitige Hilfe.” – Carl MirwaldCarl Mirwald spricht über:
– Wie man junge Erwachsene bei ihrer selbstständigen Lernorganisation und -Motivation unterstützen kann.
– Wie Schüler/innen nicht nur Wissen, sondern auch Lebenskompetenzen erwerben können.Veranstaltung auf Facebook

Termin: Do. ab 20.15

Eine Schule für alle
Eine Schule für alle
Die Hirnforschung hat verstanden, dass tief im Gehirn Glück und Lernen eng beieinander liegen. Schule als Ernst des Lebens zu bezeichnen – viel falscher gehts nicht mehr.” -Manfred SpitzerIn diesem Vortrag zeigt Manfred Spitzer, dass:
– unser Gehirn nicht zum Auswendiglernen von Einzelheiten gebaut ist
– Angst und kreatives Problemlösen sich ausschließen
– Theaterspielen Leben lernen bedeutet.Nach dem Filmvortrag laden Vertreter von “Eine Schule für alle” zum Diskurs.Veranstaltung auf Facebook

Termin: Do. ab 24.00

Kinder kriegen
In der Nacht zum Freitag wird es persönlich. Denn wir stellen euch die Frage, wie das mit dem Kinderkriegen eigentlich so ist. Es soll um Erwartungen und Vorstellungen gehen, aber auch um die Vermutung, dass Privilegien dabei eine genauso große Rolle spielen wie Stigmata. Moderiert wird die Diskussion von Julia Feiler. Julia Feiler ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der LMU München.Veranstaltung auf Facebook

FREITAG, 6. JUNI

Termin: Fr. 09.30 – 11.30

Wie finde ich meine “Berufung”?
Melanie Koschke (Ideen³)
Wie soll es nach dem Abschluss weiter gehen? Was will ich eigentlich? Was macht mir Spaß? Wie kann ich mein Potential ent-decken und ent-falten? In diesem 2-stündigen Workshop bekommt ihr verschiedene Impulse wie ihr auf kreative Art und Weise Antworten zu diesen Fragen finden könnt.
Mit Melanie Koschke, Ideen³ // Räume für EntwicklungVeranstaltung auf Facebook

Termin: Fr. 10.15 – 11.45

Macht. Raum. Politisches Bauen in Wien 1918 – 1934
Falko Blumenthal (LMU)
Ob Großprojekte wie Stuttgart 21, Transrapid, Elbphilharmonie oder der um die Mieten ausgefochtene Münchner Kommunalwahlkampf: Entgegen aller
Verwaltungsrechtsbücher, entgegen aller Romantik von der vorindustriellen Bürgerstadt ohne Parteien, ist Städtebau und Wohnungsbau reinste Politik, sogar Gesellschaftspolitik. Während Le Corbusier von Elitenstädten für einen radikalen Kapitalismus träumte, die Futuristen zu den Faschisten überliefen um die Kriegsmoderne und das Volk als Armee zu feiern und ein Albert Speer jr. heutzutage am Liebsten in autoritären Staaten Zentralasiens oder Arabiens baut um seine Megaprojekte vom 3D-Designprogramm in die Wüste umzusetzen, führte umgekehrt das sogenannte Rote Wien in der Zeit zwischen den Weltkriegen vor, wie echte politische Teilhabe und Armutsbekämpfung zwei Seiten derselben Medaille sind. Die von der sozialdemokratischen Arbeiterpartei geführte Kommunalverwaltung schuf über 60.000 Wohnungen, oft in Form großer Wohnblöcke mit Grünflächen und Versorgungsinfrastruktur. Der heute noch existierende Karl-Marx-Hof bietet Raum für über 5.000 Menschen. Der soziale Wohnungsbau wurde vor allem durch Bundesmittel, Wohnbau- und Luxussteuern finanziert. Parallel forcierte die Stadt Wien Sozial- und Gesundheitsreformen – vom Säuglingsschutz bis zu Gaswerken, aber auch Bildungspolitik: Durch Öffnung der Schulen, durch Stipendien für Arme und die Einführung von Erwachsenenbildung und Schülermitverwaltung sollte die Schule vor allem Demokratie vermitteln. Das Projekt Rotes Wien – oft vorbei an österreichischer Bundeskompetenz vorbeigeplant und weltweit diskutiert – wurde durch die Annexion durch Nazideutschland beendet. Wie ist Politisches Bauen zu verstehen? Wie kann die Klassengesellschaft durch Wohnungs- und Stadtpolitik reformiert werden? Welche Ansätze des Roten Wien sind heute eine Selbstverständlichkeit in Stadtplanung und Sozialpolitik? Wie kann Bauen das selbstbestimmte, emanzipierte Leben von Menschen ermöglichen ohne kaltgestellte Hartz-IV-Biographien zu produzieren? Offene Diskussion am frühen Morgen, kein besonderes historisches Wissen erforderlich und bei Kaffee und Infotafelselberbasteln das große Thema Stadt in diesem Workshop angehen.
Workshopleitung: Falko Blumenthal, Politikwissenschaftler, LMU München

Termin: Fr. 12.15 – 13.45

Stadt zum selber machen
GreenCity, Stattpark Olga
EU- und Bundesgesetze, Stadtrat, Banken und Investoren bestimmen das Aussehen, den Charakter und den Mietspiegel in München. Damit auch, wer Münchner ist, bleiben kann, werden kann. Die Zivilgesellschaft versucht gegenzusteuern. Im Multiplikator_Innenworkshop treffen normale Vereine, Initiativen von Mietern, Einrichtungen wie GreenCity und urbane Aussteiger wie die Bauwagenbewohner vom Stattpark Olga treffen aufeinander und diskutieren ihre oft schwierig miteinander vereinbaren Ziele. Auf dem Bildungscamp eben auch mit Schüler_Innen, Azubis und Studierenden.

Termin: Fr. 14.15 – 15.45

Inklusion
Oswald Utz (Die Grünen), Christine Platiel (Pfennigparade)
Jeder Mensch hat ein Recht auf Inklusion, also darauf, gleichberechtigter Teil der Gesellschaft zu sein. So verlangt es die Behindertenrechtskonvention der UN, die seit 2009 auch in Deutschland gilt. Wir wollen uns in diesem Workshop nur kurz mit Inputs zur Inklusion beschäftigen, Sie werden entscheiden, mit welchen Handlungsfeldern wir uns näher beschäftigen. Sie werden Ideen und Vorschläge erarbeiten. Ein Menschenrecht braucht Menschen, die sich dafür stark machen, es mit Leben füllen und es umsetzen. Durch den Workshop führen:
Oswald Utz, Behindertenbeauftragter der Stadt München, im Stadtrat für B.90/Die Grünen
Christine Platiel, Stiftung Pfennigparade, Bereich Bildung und Erziehung, Inklusion

Termin: Fr. 16.15 – 17.45

Öffentliche Freiräume
Benjamin David (Urbanauten), Markus Lutz (SPD), Peter Seyferth (LMU)
Die Stadt ist für alle da. Trotzdem wird der öffentliche Raum immer weiter eingeengt. Plätze werden videoüberwacht und Orte, an denen man ungestört ohne Konsumzwang verweilen kann, werden weniger. Was kann man dagegen tun? Darüber sprechen wir mit:
Benjamin David, Gründer der Urbanauten München
Markus Lutz, Bezirksausschuss-Vorsitzender in Sendling (SPD)
Dr. Peter Seyferth, politischer Philosoph an der LMU und AnarchistVeranstaltung auf Facebook

Termin: Fr. 18.15 – 19.45

Wege aus der Wohnungsnot
Anno Dietz (Jusos Bayern), Simon Goeke (Mietshäuser-Syndikat), Brigitte Wolf (Die Linke), Gängeviertel e.V. Hamburg
Fast überall in Europa steigen die Miet- und Immobilienpreise, oft auch ins Unerträgliche. Was steckt dahinter, Angebot und Nachfrage, oder bloße Spekulation? Und welche Wege führen heraus? Darüber sprechen wir mit:
Anno Dietz, stellv. Vorsitzender der Jusos Bayern
Simon Goeke, Mietshäuser-Syndikat und Wohnprojekt Ligsalzstr. 8
Brigitte Wolf, seit 2002 für Die Linke im Münchner Stadtrat
Vertretern des Gängeviertel e.V. Hamburg, das 12 historische Häuser in der Innenstadt Hamburgs besetzt, um diese vor dem Abriss zu bewahrenVeranstaltung auf Facebook

Termin: Fr. ab 24.00

Sadomaso?!
Die Organisatoren zweier Münchner BDSM-Treffen für Jugendliche und junge Erwachsene stellen sich und die Szene vor. Wenn ihr neugierig seid und schon immer mal erfahren wolltet, welche Klischees über Sadomasochismus stimmen und welche nicht, dann schaut doch einfach vorbei.

SAMSTAG, 7. JUNI

Termin: Sa. 12.15 – 13.45

Probleme der Migrantenjugendlichen in verschiedenen Stadtteilen
Sinan (DIDF-Jugend München)
Interaktive Diskussionsrunde zum Zusammenleben von Jugendlichen in den einzelnen Stadtteilen Münchens. Primär bezogen auf die Probleme der Migrantenjugendlichen, sei es mit den öffentlichen Strukturen, gesellschaftlichen Verhältnissen, kulturellen Differenzen oder in Zusammenhang mit den Behörden.

Termin: Sa. 14.15 – 15.45

Freihandelsabkommen TTIP: Chlorhühnchen oder German Angst?
Mechthild Schrooten (HS Bremen), Bill Moeller (US-Generalkonsulat), Susanne Biechl (Ges. für Außenpolitik)
Mit dem geplanten Abkommen TTIP zwischen den USA und der EU entwickelt sich eine neue Welle des Protestes. Die Gewerkschaften und Verbraucherschützer warnen. Wirtschaft und die bürgerlichen Parteien werben. Rechte und Populisten hetzen. Worum geht es in diesem Abkommen? Was ist TTIP ausgeschrieben? Wessen Idee war der Vertrag, was hat er mit Nahrungsmitteln zu tun und warum können Politik und Staat von Konzernen verklagt werden? Hier diskutieren Professorin Mechthild Schrooten, Memorandumgruppe und Hochschule Bremen, für die kritische Wirtschaftswissenschaft und US-Generalkonsul Bill Moeller, für die Organisatoren und Diplomaten im Sinne des Abkommens. Hier gibt es von international anerkannten Profis auf unserem kleinen Bildungscamp die Chance, die hitzige Debatte auf der Straße und in den Zeitungen zu verstehen und Position zu beziehen.
Moderation: Susanne Biechl, Politikwissenschaftlerin, Junges Forum der Gesellschaft für Außenpolitik.

Termin: Sa. 16.15 – 17.45

Zukunft gestalten
Lucas Zeise, Anna-Lisa Schmalz (ReWiG)
Das Zusammenleben der Menschheit wird in jeder Gesellschaft durch die Wirtschaft bestimmt. Doch was ist eine gerechte Wirtschaft und eine gute Gesellschaft? Darüber sprechen wir mit:
Lucas Zeise, Wirtschaftsjournalist und Autor
Anna-Lisa Schmalz, Gründerin der Regionalen Wirtschaftsgemeinschaft e.G. München