Workshops Bildungscamp 2012


Hier gibt es eine detaillierte Übersicht über die einzelnen Workshops auf dem Bildungscamp 2012. Die Veranstaltungen sind chronologisch sortiert.

Die Workshop-Zusammenfassungen stammen von den jeweiligen Referentinnen und Referenten und werden von uns inhaltlich nicht überarbeitet, in diesem Sinne übernehmen wir keine Garantie für den Inhalt 🙂

Montag, 25. Juni
Dienstag, 26. Juni
Mittwoch, 27. Juni
Donnerstag, 28. Juni
Freitag, 29. Juni
Samstag, 30. Juni

MONTAG, 25. JUNI

Termin: Mo. 12.15-13.45

Bildungsgebühren in KiTa, Schule und Hochschule Prekäre Arbeitsverhältnisse an der Universität
Referentin: Isabell Zacharias (MdL, SPD) Referent: Dr. Peter Seyferth (Dozent LMU)
Bildung ist die große soziale Frage unserer Zeit. Der Staat hat dafür zu sorgen, dass alle Bürgerinnen und Bürger den gleichen Zugang zu Bildung haben, unabhängig von ihrer Herkunft. Jeder Mensch hat das Recht auf einen gebührenfreien Bildungsweg von Krippe und Kindergarten bis zur Hochschule.
Dafür kämpft Isabell Zacharias, hochschul- und migrationspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion und stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für Hochschule, Forschung und Kultur. „Bildung ist teuer. Aber noch teurer ist keine Bildung.“
Das Gegenüber der Studierenden im Seminarraum hat nach einer extrem langen Ausbildungszeit die besten Qualifikationen erworben, die in deutschen Hochschulen überhaupt vergeben werden, hat also den Weg erfolgreich hinter sich gebracht, den die Studierenden gerade erst beschreiten. Doch die Situation des universitären Lehrkörpers ist geprägt von befristeten Verträgen, Teilzeitstellen, „gläsernen Decken“ und zum Teil miserabler Entlohnung. Die akademische Leistung hat sich wohl doch nicht gelohnt. Das ist aber nicht nur die Folge eines bösen Willens von „denen da oben“, sondern entspringt vor allem systemischen Zwängen.

Termin: Mo. 14.15-15.45

Praxis an die Uni? Praxisorientierung zwischen “employability” und “Elfenbeinturm” Konkordatslehrstühle
Referentin: Nicole Gohlke (MdB, Die Linke) Referent: Daniel Gotthard (Die Laizisten e.V.)
Eine Forderung der ’68er war unter anderem “Praxis an die Uni” und damit die Abkehr vom Humboldtschen Ideal der “zweckfreien”, von der Gesellschaft losgelösten Wissenschaft. Mit der Einführung der Fachhochschulen in den 70er Jahren wurde dann allerdings eine Trennung zwischen “wissenschaftlicher Bildung” und “anwendungsorientierter akademischer Ausbildung” vollzogen. Die Einrichtung von Bachelor-Studiengängen im Zuge der Bologna-Reform oder die fortschreitende Etablierung von dualen Studiengängen zementiert diese Trennung zunehmend – mit negativen Folgen für Studierende und Lehrende. Bei der Besetzung von 21 staatlich finanzierten Lehrstühlen für Geschichte, Politik und Philosophie in Bayern hat die katholische Kirche ein Einspruchsrecht. Dieser Workshop soll in die historischen und rechtlichen Grundlagen einführen, die Aktualität des Problems anhand einer anhängigen Klage verdeutlichen sowie Raum zur Diskussion über Konkordatslehrstühle geben.

Termin: Mo. 16.30 – 18.15

Jung, Behindert, Cool? – Inklusion in Schulen Zuwanderung und Bildungshürden
Referent: Damian Breu (Gisela-Gymnasium München) Referent: Daniel Karwinkel (Die Linke.SDS München)
Mut muss man haben, um in eine normale Schule zu gehen! Aber was ist mit meinen MitschülerInnen, die „normal“ sind? Kommen sie mit mir klar? Werden sie mich akzeptieren, so wie ich bin?
Wie würde es euch gehen, wenn auf einmal ein Rollstuhlfahrer oder ein sehbehinderter „Neuling“ in eure Klasse kommt? Habt ihr Angst, ihn zu fragen, was er hat? Wisst ihr, wie man mit ihm feiern geht? Damian Breu ist selbst hörbehindert und erklärt euch, wie es ist und wie es geht in der Schule mit Behinderungen.
Wenn junge Menschen aus anderen Ländern nach Deutschland kommen, sind sie mit zahlreichen Schwierigkeiten konfrontiert. Im Bildungssystem tritt dies besonders deutlich zutage. Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse stellt dabei oft die größte Hürde dar. Der Workshop befasst sich mit der momentanen Zuwanderungssituation und zeigt Unterstützungsmöglichkeiten auf.

DIENSTAG, 26. JUNI

Termin: Di. 12.15 – 13.45

Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen Von Spitzeln und wie wir uns dagegen wehren können – Vortrag zum Heidelberger Spitzelskandal “Simon Brenner”
Referentin: Veronika Dorn (Geschäftsführerin StuVe LMU) Referentin: Silke Makowski (AK Spitzelklage Heidelberg)
ECTS, DQR, EQR und Bologna – viele Maßnahmen um festzulegen, wie Bildungsabschlüsse hierzulande und auch europaweit vergleichbar werden. Doch welche Kriterien kann man anlegen, wie vergleichbar ist Bildung auf Bundesebene und in Europa? Reicht es zu vergleichen, wie viel Zeit investiert wurde, kann man andere transparente Wege finden, Bildung zu vergleichen? Damit möchte sich dieser Workshop beschäftigen. Fast ein Jahr lang gewann ein verdeckter Ermittler des baden-württembergischen Polizeiapparats Einsicht in politische Aktivitäten und private Lebensbereiche links orientierter Personenkreise in Heidelberg und Umgebung. Getarnt als Student „Simon Brenner“ sammelte er ab Herbst 2009 umfangreiche Informationen über Strukturen und Einzelpersonen, bis er am 12.12.2010 zufällig enttarnt werden konnte. Einige von den „Datenerhebungen“ betroffene Menschen haben nun gegen diesen mit geheimdienstlichen Methoden widerrechtlich durchgeführten Einsatz Klage beim Verwaltungsgericht erhoben.

Termin: Di. 14.15 – 15.45

Umgang mit unrechtmäßiger Polizeigewalt Die Bologna-Reform und ihre Folgen
Referent: Thomas Wueppesahl (Kritische Polizisten e.V., Hamburg) Referentin: Andrea Forster
In diesem Workshop wird von den Kritischen PolizistInnen auf die Kernproblematik unrechtmäßig ausgeübter Gewalt durch die Polizei eingegangen. Ein Schwerpunkt wird auf den besonderen Umgang der Justiz mit solchen Phänomenen gelegt. Ebenfalls sollen die Handlungsmöglichkeiten für den Einzelnen bearbeitet werden. Anhand von Einzelbeispielen sowie struktureller Defizite werden die Workshop-TeilnehmerInnen mit einbezogen. Bologna ist zum Lebensalltag fast aller Studierender geworden. Doch nicht wenige fragen sich beim Gehetze nach Leistungspunkten und Modulprüfungen, ob denn beim Studium noch Zeit für die wahre Bildung bleibt. Der Workshop will zum einen die Strukturen der Bildungsreform unter die Lupe nehmen und dabei vor allem Zuständigkeiten und Kompetenzen der verschiedenen bildungspolitischen Akteure klären. Zum anderen wollen wir der Frage nachgehen, wo in diesem Kompetenzgerangel noch Platz für einen so bedeutungsvollen Begriff wie Bildung bleibt.

Termin: Di. 16.30 – 18.15

Queer? Das kann ich auch! Bildungsfinanzierung und Kooperationsverbot
Referent: Muriel Aichberger (Queer-Referat StuVe LMU) Referentin: Salome Adam (fzs)
Das Wörtchen “queer” erhält in der letzten Zeit besonders viel Aufmerksamkeit. Aber was bedeutet das eigentlich? Woher kommt es? Was wird darunter verstanden? Aus diesen Perspektiven soll der Begriff kurz beleuchtet werden. Dabei wird sich der Workshop aus einer theoretischen Einführung, einer Diskussion und einem praktischen Teil zum Thema Identität(en) im weitesten Sinne zusammensetzen.
Muriel Aichberger studiert an der LMU und arbeitet im Queer-Referat der Studierendenvertretung mit. Er steht nicht besonders auf Kategorien wie „Geschlecht“ oder „Sexualität“, muss im Alltag jedoch immer wieder feststellen, dass er damit recht allein zu sein scheint. Darum ist er ständig missionarisch tätig, um mehr Fröhlichkeit und Freundlichkeit in die Welt zu bringen.
Die Abschaffung des Kooperationsverbots nutzen: Wir wollen Breitenförderung statt Leuchturmprojekte. Wie kann Bildungsfinanzierung im Zeichen der Schuldenbremse gestaltet werden? Inwiefern blockiert das Kooperationsverbot die Bildungsfinanzierung?

MITTWOCH, 27. JUNI

Termin: Mi. 12.15 – 13.45

Sexismus in der Werbung Wem gehört die Stadt? Gentrifizierung in der ‘Weltstadt mit Herz’
Referentin: Verena Wetzel (Gleichstellungsreferat StuVe Uni München) Referent: Hans-Christian Petersen(Recht auf Stadt)
Sexismus durchzieht unsere gesamte Gesellschaft auf allen Ebenen. Gut sichtbar wird das in der Werbung, die Wünsche, Denkmuster und gesellschaftliche Bilder sichtbar macht und nutzt, um konstruierte Bedürfnisse zu erfüllen. Anhand von ausgewählter Plakatwerbung und Werbespots der letzten fünf Jahre wollen wir aufdecken, wie Sexismus funktioniert und was wir dagegen tun können. Gentrifizierung ist ein Begriff, der immer häufiger auch in München zu hören ist. Er steht für die Veränderung der Stadt, den Zuzug Wohlhabender und die Verdrängung der bisher dort Lebenden. Wo gibt es das in München und wie geht es vonstatten? Und nicht zuletzt: Was können wir dagegen tun? Diese und viele weitere Fragen möchten wir mit euch im Rahmen des Workshops diskutieren. Ihr seid herzlich eingeladen!

Termin: Mi. 14.15-15.45

Wohnbaupolitik Feminismus ad acta?!
Referent: Anno Dietz (JuSos München) Referenten: Laura Schimmel, Bene Glasl (SDS München)
Anno Dietz ist Vertreter der Jusos München im Gesamtvorstand der Münchner SPD. Soziale Stadtgestaltung ist einer seiner politischen Schwerpunkte. Wir wollen doch keine Quotenfrauen sein und erst recht wollen wir keine Männer diskriminieren. Wir schaffen das auch so, erst Recht mit unseren weiblichen Eigenschaften! Und was bringt bitte diese geschlechtergerechte Sprache? Wir sind doch alle postgender, wir sind alle Menschen!
Ist das so? Inwieweit decken sich Anspruch und Wirklichkeit?

Termin: Mi. 16.00 – 17.30

SOPA, ACTA, VDS: Ist die Netztralität in Gefahr? Forumtheater als politische Methode
Referent: Martin Werner (SDS München) Referent: Kurt Raster (Theater HochschuldiktatUR Regensburg)
Dieser Workshop widmet sich dem aktuellen Thema ACTA und erarbeitet die Auswirkungen auf die Bürger_innen. Außerdem soll den Teilnehmer_innen ein Einblick in die Themen Überwachung und Zensur gegeben werden und wie man als Aktivist_in damit umgeht. Forumtheater ist ein künstlerisches Mittel zur demokratischen Mitgestaltung. Der Brasilianer Augusto Boal entwickelte die Methode unter den Bedienungen diktatorischer Militärregierungen. Im Workshop werden Technik und Anwendung vorgestellt.

Termin: Mi. 17.30 – 19.00

Ausbildungstarife im Münchner ÖPNV Wie finanziere ich mein Studium?
Katharina Adam, René Baldeau (JuSos München) Referenten: Nikil Mukerji, Adam Egerer (Arbeiterkind e.V.)
Zurecht wird häufig über die hohen Preise der Ausbildungstarife im MVV geschimpft. Für viele SchülerInnen, Azubis und StudentInnen, die auf das öffentliche Nahverkehrsangebot tagtäglich angewiesen sind, ist die Monatskarte eine massive finanzielle Belastung. Obwohl regelmäßig neue Ideen und Modelle vorgeschlagen werden, um die Preise zu senken, gehen die Meinungen weit auseinander: Wer soll einen günstigeren Tarif erhalten? Und wer ist für die Finanzierung verantwortlich? Dieses und weitere Probleme gilt es gerade im Licht der bisherigen Diskussionen zu diesem Thema genauer zu betrachten. Für viele junge Menschen ist der Weg zu einem erfolgreichen Studienabschluss mit zahlreichen Hürden verbunden. Eine dieser Hürden sind die hohen Kosten, die mit einem Studium verbunden sind – insbesondere an einem Hochschulort wie München. In unserem Workshop wollen wir uns mit diesem Problem auseinandersetzen und besprechen, wie man ein Studium bezahlen kann. Insbesondere soll es um die Themen Einsparmöglichkeiten, staatliche Förderungen, Stipendien, Studentenjobs und Kredite gehen.
Die Referenten sind Mentoren der deutschlandweiten sozialen Initiative Arbeiterkind.de, die junge Menschen mit bildungsfernem, finanzschwachem oder Migrationshintergrund auf dem Weg zum erfolgreichen Studienabschluss unterstützt. Nikil Mukerji ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Peter-Löscher-Stiftungslehrstuhl für Wirtschaftsethik der TUM und Promotionsstipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung. Adam Egerer ist Student der Rechtswissenschaften an der LMU, nachdem er das Abitur während seiner Vollzeitberufstätigkeit auf dem Zweiten Bildungsweg am Abendgymnasium erlangt hat. Er finanziert sein Studium selbst mit verschiedenen Minijobs, freiberuflichen Tätigkeiten, BAföG und verschiedenen Krediten.

DONNERSTAG, 28. JUNI

Termin: Do 12.15 – 13.45

Bertelsmann – die neoliberale Bildungslobby
Referentinnen: Laura Schimmel, Judith Staedele (Die Linke.SDS München)
Mit einem Jahresetat von 60 Mio. Euro betreibt die Stiftung der Bertelsmann-Gruppe neoliberale Lobbyarbeit in Deutschland. Sie setzt sich bereits seit den neunziger Jahren für Studiengebühren ein und propagiert eine wettbewerbsorientierte, „unternehmerische“ Hochschule. Auch an der Universität München fungiert Bertelsmann als Drittmittelgeber für das Centrum für angewandte Politikforschung. Erhält das Unternehmen dadurch auch Einfluss auf Lehre und Forschung?

Termin: Do 14.15 – 15.45

Hochschulen für den Frieden! – Nein zur Kriegsforschung!- Ja zur Zivilklausel! Rechtes Denken an unseren Hochschulen. Deutscher Rechtsintellektualismus.
Referentin: Renate Bayer (ver.di-Betriebsgruppe TUM) Referent: Malte Pennekamp
So lautet die Erklärung des Kongresses in Braunschweig im Mai letzten Jahres, dem sich u.a. GEW, ver.di, das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren und Wissenschaftler für den Frieden angeschlossen haben. Immer mehr Hochschulen schließen sich dieser Bewegung an, da die Militarisierung der unterfinanzierten Hochschulen ebenfalls immer weiter voranschreitet. Auch LMU und TUM sind im Verbund mit der Rüstungsindustrie an der Rüstungshochburg Bayern beteiligt mit Exzellenzclustern wie CoTeSys und mehreren Wissenschaftscampus. Wie können sich Studierende hier für eine Zivilklausel stark machen? Rechtsintellektuelle trachten nach einer Verschiebung der politischen Achse nach rechts hin. Sie treffen sich in Vereinigungen wie dem Studienzentrum Weikersheim oder dem Institut für Staatspolitik. Ihr Denken hat das Potential, sich nachhaltig in der deutschen Diskurslandschaft zu etablieren. Doch über die tatsächliche Gefahr, die von ihnen ausgeht, sind die Beobachter der Neorechten noch uneins.
Malte Pennekamp ist Student an der Hochschule für Politik in München. Von 2009-2011 war er Sprecher der Landes-ASten-Konferenz Bayern. Bis Oktober 2011 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter einer bayerischen Landtagsabgeordneten.

Termin: Do 16.00 – 17.30

Ökonomisierung von Bildung – was ist eigentlich schlecht daran? Der braune Sumpf in München – Aktionen am rechten Rand. Eine Bestandsaufnahme.
Referentin: Julia Brinkmann (Lehrerbildungsreferentin StuVe LMU) Referent: Johannes (Antifareferent StuVe München)
Das Phänomen der Ökonomisierung der Bildung ist spätestens seit der Debatte um die Bolognareform in aller Munde und viel diskutiert. Auffällig in der Auseinandersetzung ist eine häufig reflexartige Abwehrhaltung, da hinter der Begrifflichkeit eine platte Kapitalismuskritik vermutet wird – dabei greifen die Mechanismen der Bildungsökonomisierung in die Grundfesten der bundesdeutschen Bildungsinstitutionen ein und laufen Gefahr, das Bildungswesen zu einer reinen marktgerechten Ausbildungsstätte umzuwandeln: weg von einem allgemeinbildenden Auftrag, der zwischenmenschliche Beziehungen, Wertevermittlung und Selbstfindung einschließt. Bildungslandschaft, quo vadis?
Julia Brinkmann ist Lehrerbildungsreferentin der Studierendenvertretung der LMU München und studiert an der LMU Gymnasiallehramt.
Die Morde der Zwickauer Terrorzelle (NSU) lösten in Deutschland eine Welle der Empörung aus und rückten das Thema Rechtsradikalismus wieder in den Mittelpunkt einer bundesdeutschen Debatte.
Der Workshop soll einen Überblick über die rechten und rechtskonservativen Aktivitäten der letzten zehn Jahre in München vermitteln.
Der Referent hat während des Studiums seine Zulassungsarbeit zum Thema “Rechte Jugendkulturen” geschrieben und sich eingehend mit dem Thema Rechtsradikalismus beschäftigt. Zusätzlich arbeitet er an der Gedenkstätte in Dachau und bietet dort Präventivworkshops zum Thema “Rechtsextremismus” an. Seit dem Wintersemester 2011/2012 ist er Antifareferent der Studierendenvertretung der LMU.

Termin: Do 17.30 – 19.00

High Society – Die Rolle der “Droge” in unserer Gesellschaft Hochschulen ohne Studiengebühren – wie sieht es dann mit Kompensation und Mitbestimmung aus?
Referenten: Lidia Polito, Lorenz Bücheler (Grüne Jugend München) Referent: Stefan Liebl (SPD München)
“Drogen” sind seit jeher ein Tabuthema, was es umso schwieriger macht, gezielte Aufklärung oder Forschung zu leisten.
Wie man auch in der aktuellen Debatte um die Legalisierung von Cannabis erkennen kann, führt die Unwissenheit und Verteufelung zu einem sehr undifferenzierten Bild. Die Thematik gilt als behandelt (“Drogen sind schlecht und gehören verboten”), doch ist eine Reflektion darüber notwendig. Genau das fehlt nämlich: Befürworter*innen der Aufhebung des Verbots werden als “faule Kiffer*innen” beschimpft, Gegner*innen werden stattdessen für ihre Vernunft gelobt.
Das allerdings ist der falsche Weg mit der Debatte umzugehen.
Stattdessen ist es wichtig, sich eingehend mit der Thematik auseinanderzusetzen und sich einige Grundfragen zu stellen:
Was ist eine “Droge”? Wie wird mit dem Konsum solcher umgegangen? Habe ich ein Recht auf “körperliche Selbstzerstörung” und inwieweit betrifft mein Drogenkonsum meine Mitmenschen? Und: Ist Prohibition tatsächlich der richtige Weg?
Im Workshop wollen wir mithilfe von verschiedenen Texten, medizinischen sowie gerichtlichen Urteilen, Auszügen aus Vorlesungen und Studien und angeregten Diskussionen ein differenziertes Bild des Phänomens “Droge” zeichnen und fundierte Kenntnisse darüber vermitteln.
Sollten Studiengebühren auch in Bayern fallen, muss über die Art der Kompensation der wegfallenden Mittel und den Einfluss der Studierenden auf ihre Verteilung nachgedacht werden. Anhand der Beispiele aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen wollen wir uns über verschiedene Modelle sowie deren Vor- und Nachteile unterhalten. Außerdem sollen neue Lösungsansätze entwickelt werden.
Stefan Liebl ist Sprecher der Juso-Hochschulgruppe München und ehemaliger hochschulpolitischer Referent der LMU-Studierendenvertretung. Er hat zahlreiche Demonstrationen im Rahmen von „SoS – Studieren ohne Studiengebühren“ und der Bildungsstreiks der vergangenen Jahre mitorganisiert.

FREITAG, 29. JUNI

Termin: Fr 10.15 – 11.45

Von Unibrennt bis Bildungsstreik
Referenten: Stefan Liebl, Tim Hall
Die Hörsaalbesetzungen im Jahr 2009 waren die größte bildungspolitische Protestwelle der letzten zehn Jahre. Die beiden Referenten haben alles von Anfang bis Ende miterlebt und berichten über Erfolge und vergebene Chancen. Die beiden Referenten waren von Anfang bis Ende an den Hörsaalbesetzungen beteiligt, haben sämtliche Höhen und Tiefen miterlebt und sind auch weiterhin aktiv geblieben.

Termin: Fr 12.15 – 13.45

Mitbestimmung an der Hochschule Unbedingte Universität – Unbedingter Widerstand
Referenten: Judith Staedele, Katharina Hering (Bildungsfreiräume e.V.) Referenten: Peter Müller, Florian Geisler (GSI)
Demokratische Mitbestimmung an den Hochschulen – was steht eigentlich hinter dieser gebetsmühlenartig wiederholten Forderung? Wir wollen euch die bereits existierenden Kanäle der Mitbestimmung vorstellen und gemeinsam mit euch neue Wege erkunden. Ob Participatory Budgeting oder E-Democracy – viele Beispiele zeigen, dass Demokratie nicht bei Wahlen aufhört und erstaunlich effizient sein kann. Gibt es einen Unterschied zwischen Studium und Arbeit? Wie wirkt sich moderne Technologie auf das kulturelle Selbstverständnis der Universitäten aus? Kann Wissenschaft Wahrheit entdecken? Sind die Humanwissenschaften Korrektiv oder Katalysator der Globalisierung? Wie frei sind die Gedanken wirklich? – Ziel dieses Workshops ist, den Teilnehmern anhand eines kurzen einführenden Referats einige auch ohne besondere Vorkenntnisse verständliche Stichworte über poststrukturalistische Vorstellungen von Politik und Gesellschaft an die Hand zu geben, um anschließend den Status quo der Institute in diesem Hinblick zu diskutieren. Grundlage ist der Vortrag “Die unbedingte Universtiät” des Philosophen Jaques Derrida aus dem Jahre 1998. Dieser befasste sich mit der Frage nach den Aufgaben der Universitäten für die Gesellschaften im Kontext von Globalisierung, Virtualisierung der Arbeitswelt und Entdemokratisierung der Politik.

Der Workshop möchte seinen Teil dazu beitragen, die Debatte über Wissenschaft und Bildung ein Stück weit ihrem unmittelbaren politischen Verwertungsspektakel (von Marktorientierung über Studiengebühren bis zum Klassenkampf) zu entreißen.

Termin: Fr 14.15 – 15.45

Verfasste Studierendenschaft Was macht die Schülervertretung?*
Referentin: Franziska Traube (LAK Bayern) Referent: Leo Wörtche (StadtschülerInnenvertretung München)
Wir werden zunächst einige Konzepte der Verfassten Studierendenschaft kennenlernen und dann ausführlich die Vor- und Nachteile einer Verfassten Studierendenschaft für die Studierendenvertretungen, aber vor allem auch für die Studierenden selbst debattieren. Außerdem werden einige der gängigsten Vorurteile gegen die Verfassten Studierendenschaft näher unter die Lupe genommen. Am Ende wollen wir darüber diskutieren, was wir in Zukunft tun können, um die Rechte der Studierenden auch in Bayern nachhaltig zu stärken.
Franziska Traube studiert an der TU München. Sie ist Sprecherin der Landes-ASten-Konferenz Bayern und damit die höchste bayerische Studierendenvertreterin.
Arbeiter_innen orgnisieren sich in Gewerkschaften, Studierende im AStA oder den Fachschaften – und Schüler_innen? Ja, auch wir haben eine (politische) Meinung und Interessen, die gerne von der “großen Politik” überhört und ignoriert werden. 1989 wollte das Wissenschafts-und Kultusministerium die Landesschülervertretung* (LSV) sogar verbieten. Doch wir haben uns durchgesetzt. Wenn Du wissen willst wie auch Du Deine Meinung als Schüler_in äußern kannst oder Dich engagieren willst, bist Du hier richtig. Leo Wörtche ist seit 2010 Stadtschülervertreter* in München und war früher Bundesdelegierter der LSV.

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit nicht politisch korrekt gegendert, gemeint sind jedoch alle Menschen.

Termin: Fr 16.15 – 17.45

Entweder ein solidarisches Europa – oder eines der permanenten Krise Klassenkampf heute: wie könnte gewerkschaftliche Organisierung aussehen?
Referent: Conrad Schuhler (ISW) Referenten: Oskar Fischer, Lion Häbler (AK Gewerkschaften StuVe LMU)
EU und Euro-Zone sind seit ihrer Entstehung Wirtschaftsräume des scharfen Wettbewerbs. Die Überschüssse des Siegers Deutschland waren und sind die Schulden der anderen. Die vor allem von Deutschland durchgesetzte Austerity-Politik verurteilt die heutigen Verlierer zu noch größeren Abstürzen. Nur ein solidarisches, soziales Europa kann die Krise überwinden. Tragendes Prinzip darf nicht der Sieg im Wettbewerb, sondern muss die gemeinsame Verpflichtung auf gesellschaftlichen und demokratischen Fortschritt sein. Was könnten Gewerkschaften sein? Und was sind sie gegenwärtig? In diesem Workshop werden wir über die Geschichte der gewerkschaftlichen Organisation, die aktuelle Relevanz der Gewerkschaften in Bündnissen wie dem „Bildungsstreik“ und auch über nonkonformistische Perspektiven sprechen.

SAMSTAG, 30. JUNI

Termin: Sa 10.15 – 11.45

Kreatives Schreiben
Referent: Tim Hall
Die wichtigste Regel beim kreativen Schreiben ist es, die Regeln zu ignorieren. Leider will genau das gelernt sein. Beim Workshop „Kreatives Schreiben“ setzen wir uns gemütlich zusammen, schreiben Texte, lesen sie uns vor und geben einander Tipps zu Verbesserung. LügnerInnen und AngeberInnen sind herzlich willkommen.
Tim Hall studiert Physik an der LMU und begleitet seit Jahren den Bildungsstreik und das Bildungscamp mit zynischen Reden und hanebüchenen Texten.

Termin: Sa 12.15 – 13.45

Ist der Marxismus für Studentinnen und Studenten wichtig?
Referent: Max Brym (SAV)
Einst erklärte Norbert Blüm: „Marx ist tot und Jesus lebt“. Bereits im Jahr 2008 korrigierte der Münchner Kardinal Marx mit seinem Buch „Das Kapital“ diese Aussage. Karl Marx bietet eine schlüssige Analyse des real existierenden Kapitalismus und meint, der Kapitalismus müsse überwunden werden. Dies belegt auch die fortschreitende Krise des kapitalistischen Systems, insbesondere die Ereignisse in Griechenland. Diese Aufgabe stellt sich nach Meinung der SAV besonders auch den engagierten Studentinnen und Studenten. Referent Max Brym ist Sprecher der SAV München, Journalist und Universitätsdozent.

Termin: Sa 14.15 – 15.45

Bildet Lernbanden!
Referent: Dr. Peter Seyferth (Dozent LMU)
Wenn sich schulische und universitäre Bildung nur noch als Ausbildung für den Arbeitsmarkt versteht, wenn daher viele interessante Themen in den traditionellen Bildungsanstalten nicht mehr behandelt werden, wenn außerdem die auch in der Wissenschaft grassierende Hierarchisierung die Mitbestimmung der Lernenden auf ein Minimum reduziert, dann könnte es sich lohnen, sich die gewünschte Bildung auf anderem Wege anzueignen. Im Workshop werden Möglichkeiten und Schwierigkeiten selbstverwalteter, eigenständiger Lerngruppen, Repetitorien und Lesezirkel diskutiert und anschaulich gemacht.